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Die Meisterelf von 1966: Wie der TSV 1860 München die frühe Bundesliga prägte
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Geschichte

Die Meisterelf von 1966: Wie der TSV 1860 München die frühe Bundesliga prägte

Gründungsmitglied, Pokalsieger, Europapokalfinalist, Meister: eine Einordnung der Löwen-Mannschaft von 1965/66 anhand gesicherter Zahlen

Werner Bauer

Fußballhistoriker

•18. Oktober 2026•Lesezeit: 5 Min.•Zuletzt aktualisiert: 18. Oktober 2026
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Drei Spielzeiten hatte die Bundesliga hinter sich, als der TSV 1860 München 1966 Deutscher Meister wurde. Die Liga war noch im Aufbau, viele Vereine suchten ihre Rolle im neuen Profifußball, und München war noch nicht die Fußballstadt, als die man sie heute kennt. In diese Phase fällt die erfolgreichste Zeit der Löwen. Wer verstehen will, warum die Meisterelf von 1966 bis heute so präsent ist, sollte auf die Jahre rund um diesen Titel schauen und sich an das halten, was sich belegen lässt.

Eine Liga in den Kinderschuhen

Die Bundesliga nahm zur Saison 1963/64 den Spielbetrieb auf. Zuvor war die deutsche Meisterschaft in einer Endrunde der besten Teams aus mehreren regionalen Oberligen ausgespielt worden. Der TSV 1860 gehörte zu den Gründungsmitgliedern der neuen eingleisigen Liga, einem Kreis, zu dem nur wenige Vereine zählen.

In den ersten Jahren wechselte der Meister jedes Mal. Den ersten Titel holte der 1. FC Köln, im zweiten Jahr folgte Werder Bremen, im dritten die Löwen. Die Saison 1965/66 war zugleich die erste mit 18 statt 16 Vereinen und damit mit 34 Spieltagen. Und sie war die erste Bundesligasaison, in der beide großen Münchner Vereine in derselben Liga antraten, denn der FC Bayern war 1965 aufgestiegen.

Pokal, Wembley, Meisterschaft

Der Titel kam nicht aus dem Nichts. 1964 gewann der TSV 1860 den DFB-Pokal. Als Pokalsieger nahm die Mannschaft am Europapokal der Pokalsieger teil und erreichte 1965 das Endspiel im Londoner Wembley-Stadion. Ein Jahr später folgte die Meisterschaft. Innerhalb von drei Jahren stand der Verein damit als Sieger im nationalen Pokal, in einem europäischen Finale und an der Spitze der Bundesliga. Den ersten Pokalsieg seiner Geschichte hatte der TSV 1860 bereits 1942 gefeiert.

Die Saison in Zahlen

Gerechnet wurde damals nach der Zwei-Punkte-Regel: Ein Sieg brachte zwei Punkte, ein Unentschieden einen. Nach dieser Zählung beendeten die Löwen die Saison 1965/66 mit 50:18 Punkten und 80:40 Toren. Im Schnitt kamen 29.316 Zuschauer zu den Heimspielen.

Trainer der Mannschaft war Max Merkel. Er setzte in der Meisterrunde insgesamt 15 Spieler ein, ein für heutige Verhältnisse kleiner Kreis. Zwei davon standen in allen 34 Spielen auf dem Platz: Torhüter Petar Radenković und Mittelfeldspieler Željko Perušić.

Die Achse der Mannschaft

Radenković gehörte zu den auffälligsten Torhütern der frühen Bundesliga und war dafür bekannt, seinen Strafraum oft weit zu verlassen. Vor ihm bildeten Bernd Patzke, Hans Reich und Manfred Wagner mit 26 bis 28 Einsätzen den Kern der Abwehr, ergänzt durch Rudolf Zeiser und Rudolf Steiner.

Im Mittelfeld führte Kapitän Peter Grosser die Mannschaft an. Mit 18 Toren in 32 Spielen war er zugleich einer der treffsichersten Spieler des Teams, was für einen Mittelfeldspieler bemerkenswert ist. Neben ihm und Perušić gehörten Otto Luttrop und Hans Küppers zum Stamm.

Bester Torschütze der Löwen war Timo Konietzka mit 26 Treffern in 33 Spielen. Konietzka hatte bereits zuvor Bundesligageschichte geschrieben: Das erste Tor der Liga überhaupt erzielte er 1963, damals noch für Borussia Dortmund. Mit Rudolf Brunnenmeier (15 Tore), Alfred Heiß (10), Hans Rebele (5) und Wilfried Kohlars war der Angriff breit aufgestellt. Gemeinsam kamen die Löwen auf 80 Saisontore, im Schnitt mehr als zwei pro Spiel.

Warum diese Mannschaft bis heute nachwirkt

Für den TSV 1860 ist die Meisterschaft von 1966 der bislang einzige deutsche Meistertitel. Dass ein Erfolg mehr als ein halbes Jahrhundert zurückliegt und trotzdem allgegenwärtig ist, hat mehrere Gründe. Er fällt in eine Zeit, in der der Verein sportlich zur Spitze gehörte. Er ist mit Namen verbunden, die in Familien weitererzählt werden. Und er bildet einen festen Bezugspunkt in einer Vereinsgeschichte, die später viele Höhen und Tiefen kannte.

Für die Geschichte der Bundesliga steht die Mannschaft für eine Phase, in der die Liga noch offen war und Titel nicht dauerhaft an dieselben Orte gingen. Drei verschiedene Meister in drei Jahren, darunter ein Münchner Verein, der kurz zuvor in Wembley gespielt hatte: Das sagt viel über die Anfangsjahre des deutschen Profifußballs.

Erinnerung, die man tragen kann

Wie lebendig 1966 geblieben ist, zeigt sich auch an der Kleidung der Fans. Zum 60. Jahrestag der Meisterschaft sind in den Stoff des Home Heritage Trikots der Saison 26/27 die Namen der Meistermannschaft eingewebt, einschließlich der Kaderspieler, die ohne Bundesligaeinsatz blieben. Wer nachlesen möchte, welche Spieler im Heritage-Stoff verewigt sind, findet dort die vollständige Aufstellung samt Kapitän, Torschützen und Trainer.

Für die Geschichtsschreibung ist ein Trikot natürlich keine Quelle. Es zeigt aber, wie ein Titel von 1966 zu einem Teil heutiger Fankultur wird: nicht als Museumsstück, sondern als etwas, das man auf der Tribüne trägt.

Häufige Fragen

Wie oft war der TSV 1860 München Deutscher Meister?

Einmal, in der Saison 1965/66. Hinzu kommen die Pokalsiege von 1942 und 1964 sowie die Finalteilnahme im Europapokal der Pokalsieger 1965.

Was bedeutet die Angabe 50:18 Punkte?

Zur Zeit der Zwei-Punkte-Regel wurden gewonnene und abgegebene Punkte gegenübergestellt. 50:18 heißt: 50 Punkte geholt, 18 abgegeben. Zusammen ergeben sie die 68 Punkte, die in 34 Spielen zu vergeben waren.

Welche Spieler kamen in allen Saisonspielen zum Einsatz?

Torhüter Petar Radenković und Željko Perušić aus dem Mittelfeld. Beide bestritten alle 34 Bundesligaspiele der Meistersaison.

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