Das Licht der frühen Morgenstunden bricht sanft über die Stadt Osnabrück. Ein Hauch von Nostalgie und Dankbarkeit liegt in der Luft. Heute ist ein besonderer Tag – der DFB-Ehrenamtspreis wird verliehen, und die gesamte Amateurfußballgemeinschaft ist eingeladen, die Held*innen des Alltags zu feiern.
Ein Ort des Miteinanders
Amateurfußball ist weit mehr als nur ein Spiel. Es ist ein pulsierender Mikrokosmos, der von Leidenschaft, Engagement und Gemeinschaftsgeist geprägt ist. Hier, auf den kleinen Plätzen, wo die Zuschauer oft aus Verwandten, Freunden und treuen Anhängern bestehen, werden Geschichten geschrieben – Geschichten des Triumphs, der Enttäuschung, der Freundschaft und der Solidarität. Heute, in Osnabrück, wird dieser Geist besonders spürbar.
Die Verleihung des DFB-Ehrenamtspreises ist nicht nur eine Auszeichnung für verdiente Vereinsmitglieder, sondern auch ein Symbol für die unermüdliche Arbeit, die in den Amateurfußball fließt. Hier stehen Menschen im Mittelpunkt, die oft im Schatten der großen Klubs stehen, aber die Basis des Fußballs tragen. Sie sind die Erbauer der Gemeinschaft – die Trainer, die Betreuer, die Organisatoren, die all die kleinen Dinge erledigen, die auf dem Spielfeld nicht sichtbar sind, aber für den Erfolg und die Freude am Sport unerlässlich sind.
Die unsichtbaren Helden
Betrachten wir einen dieser Helden: Peter, ein 63-jähriger Trainer eines kleinen Jugendteams. Mit unermüdlicher Geduld und Leidenschaft trainiert er jeden Dienstag und Donnerstag nach der Arbeit die Kids des örtlichen Vereins. „Es ist nicht nur Fußball, was ich ihnen beibringe“, sagt er. „Es geht um Teamgeist, Respekt und Zusammenhalt.“ Sein Lächeln spricht Bände: Die unzähligen Stunden, die er in die Ausbildung junger Talente investiert, sind für ihn der größte Lohn. Wie viele Kinder sind durch seine Vermittlung nicht nur zu besseren Fußballern, sondern auch zu besseren Menschen geworden? Das lässt sich nicht in Zahlen fassen, aber die leuchtenden Augen seiner Schützlinge sind Beweis genug.
Die Bühne, auf der diese Helden stehen, ist oft bescheiden. Ein einfacher Platz, umgeben von Bäumen, mit einem Zaun, der schon bessere Zeiten gesehen hat. Aber das ist es, was diesen Fußball so besonders macht. Hier zählt nicht der große Namen, hier zählt die Leidenschaft. Und während der DFB-Ehrenamtspreis verliehen wird, erinnern wir uns daran, dass in jedem Verein der Amateurfußballszene Menschen stehen, die mit ihrem Herzblut dafür sorgen, dass der Fußball lebt.
Ein Morgen des Gedenkens
Doch der heutige Morgen hat auch einen ernsten Unterton. In Osnabrück gedenken wir nicht nur der Helden des Amateurlands, sondern auch derer, die nicht mehr unter uns sind. Die dunklen Schatten, die der Fußballsport in der Vergangenheit geworfen hat, können nicht einfach ignoriert werden. Der Amateurfußball ist auch ein Spiegelbild der Gesellschaft – mit all ihren Schwächen und Problemen. In dieser Gedenkminute spüren wir die Wunden, die einige von uns erlitten haben, die in den letzten Jahren durch die Ungewissheit und die Herausforderungen der Pandemie entstanden sind.
Es ist ein Moment der Stille, in dem wir innehalten und uns daran erinnern, dass der Fußball nicht nur eine sportliche Betätigung ist, sondern auch ein Lebensgefühl, das Generationen verbindet. Wir stehen zusammen, als eine Gemeinschaft, die für die Werte des Respekts, des Fairplays und der Menschlichkeit eintritt. Das Gedenken wird zum starken Ausdruck unserer Solidarität.
Gemeinschaft und Hoffnung
Die Verleihung des DFB-Ehrenamtspreises ist somit mehr als nur eine Feier der individuellen Leistungen. Sie ist ein feierlicher Akt der Gemeinschaft und ein Zeichen der Hoffnung. Es ist die Rückbesinnung auf das, was den Amateurfußball ausmacht: die unzähligen Geschichten, die auf den Rängen erzählt werden, die Freundschaften, die über Jahrzehnte gewachsen sind, und die unvergesslichen Momente, die auf dem Platz erlebt werden.
Hier, in Osnabrück, wird deutlich, dass der Amateurfußball der Lebensnerv unserer Gesellschaft ist. Von den kleinen Vereinen bis zu den großen Turnieren – der Fußball bringt uns zusammen, selbst in schweren Zeiten. Er erinnert uns daran, dass wir nicht allein sind, dass wir gemeinsam kämpfen und träumen können.
Ein Blick in die Zukunft
Der DFB-Ehrenamtspreis ist die Anerkennung einer besonderen Kultur – einer Kultur, die auf den Werten des Amateurfußballs basiert. In einer Welt, die oft von Hektik und Wettbewerb geprägt ist, bietet der Amateurfußball einen Raum des Miteinanders, der Freundschaft und der Hoffnung. Die Geschichten, die hier geschrieben werden, sind oft die wahren Geschichten des Fußballs.
Wenn wir heute nach Osnabrück blicken, sehen wir nicht nur den Fußball, den wir lieben, sondern auch die Menschen, die ihn lebendig machen. Ihre Hingabe, ihre Leidenschaft und ihr unermüdlicher Einsatz sind der Herzschlag dieser Sportart. Der DFB-Ehrenamtspreis ist somit nicht nur eine Auszeichnung, sondern ein Aufruf, den Amateurfußball weiterhin zu unterstützen und die Menschen, die ihm Leben einhauchen, zu ehren.
In diesem Sinne: Lassen wir uns von der Liebe zum Fußball leiten und schaffen wir gemeinsam ein Morgen, das genauso hell strahlt wie der heutige Tag in Osnabrück.