In einem kleinen, bescheidenen Studio in der Cottbuser Innenstadt wird die Luft von Vorfreude und Nervosität durchzogen. Hier, wo die Wände mit Erinnerungen an legendäre Tore und emotionale Spiele geschmückt sind, sitzt eine Gruppe leidenschaftlicher Fußballenthusiasten, die bereit ist, das Geschehen auf dem Platz in die Wohnzimmer der Stadt zu bringen. Energie FM, das Cottbuser Fanradio, wird gleich live gehen, und für die Macher ist es mehr als nur ein Job – es ist eine Herzensangelegenheit.
Die Stimme der Stadt
Die Moderatorinnen von Energie FM sind nicht nur Stimmen im Äther; sie sind das Sprachrohr der Fans. „Hier spricht der Puls der Stadt“, sagt der 29-jährige Moderator und langjährige Cottbuser Anhänger, Felix. „Wir sind nicht nur Reporter, wir sind Teil der Gemeinschaft.“ Die Mikrofone sind bereit und die Aufregung steigt, während die ersten Töne des Stadion-Jingles durch die Lautsprecher schallen. Für Felix und sein Team ist jede Übertragung eine Reise, die sie mit ihren Hörerinnen teilen.
Es ist diese einzigartige Verbindung, die das Fanradio von anderen Medien abhebt. Hier wird nicht nur über das Spiel berichtet, hier wird gelebt, gelitten und gefeiert. „Die Fans sind das Herz des Fußballs. Ohne sie ist der Sport nichts“, erklärt Felix mit fester Stimme. „Wir hören nicht nur zu, wir sind da, wenn die Emotionen hochkochen und die Herzen brechen.“
Emotionen im Äther
Das Besondere an Energie FM ist die Fähigkeit, die Emotionen der Fans in Worte zu fassen. In jedem Spiel gibt es nicht nur den sportlichen Aspekt, sondern auch die Geschichten, die dahinterstecken. „Es geht um mehr als nur Punkte und Tabellenplätze“, sagt die 34-jährige Kommentatorin Laura. „Jedes Spiel hat seine eigene Geschichte. Sie ist verwoben mit den Träumen, Hoffnungen und Rückschlägen der Menschen, die hier leben.“
Als die ersten Minuten des Spiels vergangen sind, schaltet sich ein Anrufer aus dem Fanblock ein. „Wir sind hier, um zu kämpfen! Es ist unsere Stadt!“, ruft der begeisterte Fan. Felix und Laura nehmen die Emotionen auf, reflektieren sie und geben sie zurück an die Hörer*innen. „Wir sind der direkte Draht zu den Menschen, die im Stadion sind, aber auch denjenigen, die vielleicht nicht kommen können“, sagt Laura. „Wir spüren die Wut, die Freude, die Trauer und das Glück – und das bringen wir zu den Leuten nach Hause.“
Die Verbindung zur Fan-Kultur
Fußball ist mehr als ein Spiel; er ist ein soziales Phänomen, das Menschen verbindet und Gemeinschaft schafft. Das Fanradio ist ein Teil dieser Kultur und bietet einen Raum, in dem die Stimmen der Fans Gehör finden. „Es ist ein Ort der Identität“, erklärt Felix. „Hier zählt jede Meinung, jede Geschichte. Wir sind die Brücke zwischen den Fans und dem Club.“
Die Übertragungen sind geprägt von Leidenschaft und Authentizität. Die Moderatoren kennen nicht nur die Namen der Spieler, sondern auch die Geschichten der Fans. „Wir haben Hörer, die uns über die Jahre begleitet haben, und die wir mittlerweile persönlich kennen“, erzählt Laura. „Es ist schön zu sehen, wie eine ganze Community zusammenkommt, um ihre Mannschaft zu unterstützen.“
Das Fanradio ist auch ein Ort des Austauschs. Vor und nach den Spielen diskutieren die Moderatoren mit den Fans über Taktiken, Spielerwechsel und emotionale Momente. „Diese Gespräche sind wichtig. Sie fördern das Gemeinschaftsgefühl und geben den Menschen eine Stimme“, sagt Felix. „Hier wird nicht nur über den Sport geredet, sondern auch über das Leben.“
Herausforderungen und Leidenschaft
Doch die Arbeit im Fanradio ist nicht immer einfach. In einer Zeit, in der die Medienlandschaft einem ständigen Wandel unterliegt und die Aufmerksamkeitsspanne der Menschen schwindet, ist es eine Herausforderung, die Hörer*innen zu erreichen und zu binden. „Wir stehen oft im Schatten der großen Medienhäuser“, gesteht Laura. „Aber wir glauben an das, was wir tun. Wir sind die Underdogs, und das gibt uns eine besondere Energie.“
Die Leidenschaft für den Fußball und die unerschütterliche Verbindung zu den Fans sind es, die das Team antreiben. „Wir machen das nicht für den Ruhm oder das Geld“, erklärt Felix. „Wir machen das für die Leute, die am Samstag mit ihren Freunden im Stadion stehen und ihre Mannschaft anfeuern. Das ist unser Antrieb.“
Ein Blick in die Zukunft
Wenn das Spiel zu Ende geht, bleiben die Mikrofone für die Nachbesprechung noch eine Weile an. Der fröhliche Lärm der Fans im Hintergrund, die Gesänge, die die Atmosphäre erfüllen – das sind die Momente, für die Felix und Laura leben. „Wir sind hier, um die Geschichten der Fans weiterzuerzählen“, sagt Felix mit einem breiten Lächeln. „Wir sind Teil ihrer Erinnerungen, ihrer Kämpfe und ihrer Triumphe.“
Das Fanradio ist ein lebendiger Teil der Fußballkultur, eine Stimme, die nie verstummen sollte. In einer Zeit, in der der Fußball zunehmend von Geschäftemachern und Kommerz dominiert wird, bleibt Energie FM ein leuchtendes Beispiel dafür, dass die Seele des Spiels in den Händen der Fans liegt. „Fußball gehört den Fans!“, ruft Laura in das Mikrofon, und die Worte hallen durch das Studio und weit hinaus in die Stadt Cottbus.
Fazit/Ausblick
Energie FM ist mehr als nur ein Radio; es ist ein Ort der Gemeinschaft und der Leidenschaft, ein Rückzugsort für die Seelen der Fans. Durch ihre unermüdliche Arbeit tragen die Moderator*innen dazu bei, den Fußball als kulturelles Phänomen am Leben zu halten. In einer Welt, die sich schnell verändert, bleibt die Verbindung zwischen Fans und dem Spiel stark und unverbrüchlich. Die Stimme der Fans wird weiterhallen, egal wie sich der Fußball entwickeln mag – denn am Ende gehört der Fußball den Menschen, die für ihn leben und lieben.