Er war ein Kind der Küste, aufgewachsen im schattigen Hinterland der Nordsee. Malte Hülsbeck, ein Name, der in den kleinen Gemeinschaften rund um Wilhelmshaven und Sillenstede ein Gefühl von Vertrautheit und Zugehörigkeit auslöst. Hier, in der rauen, aber herzlichen Umgebung des norddeutschen Fußballs, hat er seine Leidenschaft für das Spiel, für die Gemeinschaft und für das Coaching kultiviert. In einem Land, in dem Fußball nicht nur ein Sport, sondern ein Lebensgefühl ist, gibt es Geschichten, die weit über den Platz hinausgehen, und Malte ist eine dieser Geschichten.
Der Junge aus Sillenstede
Bereits im Kindesalter war der Ball Maltes ständiger Begleiter. Er erinnert sich an die langen Nachmittage auf dem Bolzplatz, wo er mit Freunden unzählige Spiele bestritt. Diese Erinnerungen sind nicht nur nostalgisch, sie sind der Grundstein für seine gesamte Fußballidentität. „Es war nie nur ein Spiel für uns“, erzählt er lächelnd, während er über die staubigen Plätze spricht, die seinen Werdegang geprägt haben. „Es war eine Schule des Lebens, der Freundschaft und des Wettbewerbs.“
Seine ersten Schritte auf dem Fußballfeld waren geprägt von Unbeschwertheit und kindlicher Begeisterung. Doch die Schattenseiten des Fußballs blieben nicht aus. Malte erlebte die Enttäuschung von Niederlagen, aber auch die Freude über Siege, die oft nur durch das Miteinander und die Unterstützung seiner Teamkollegen möglich waren. Diese Erfahrungen formten nicht nur sein Spielverständnis, sondern auch die Art und Weise, wie er später als Trainer arbeiten würde.
Der Weg zum Trainer
Nachdem er seine aktive Karriere als Spieler bei lokalen Vereinen beendet hatte, zog es Malte in die Rolle des Trainers. Ein Schritt, der ihm zunächst nicht leichtfiel. Doch die Einsicht, dass er seine Leidenschaft für das Spiel nicht nur auf dem Feld, sondern auch am Seitenrand leben konnte, war für ihn entscheidend. „Ich wollte nicht nur das Spiel verstehen, ich wollte auch die Menschen dahinter verstehen. Fußball ist nichts ohne die Menschen, die ihn spielen und die ihn lieben“, sagt er mit Nachdruck.
Im Jahr 2018 übernahm Malte das Traineramt beim TuS Sillenstede. Ein Verein, der für viele wie eine große Familie ist. Hier ist Fußball nicht nur ein Hobby, sondern ein Teil der Kultur. Malte wusste, dass er nicht nur eine Mannschaft trainieren, sondern auch eine Gemeinschaft zusammenhalten würde. „Es war mir wichtig, dass wir nicht nur auf dem Platz erfolgreich sind, sondern auch abseits davon eine Einheit bilden“, erklärt er.
Gemeinschaft und Identität
Die Arbeit mit den Spielern und den Menschen rund um den Verein ist für Malte weit mehr als nur das Vermitteln von Taktik oder Technik. Es ist eine emotionale Reise, die er mit jedem Einzelnen geht. „Jeder Spieler hat seine eigene Geschichte, seine eigenen Kämpfe und Träume“, sagt er und zeigt damit ein tiefes Verständnis für die Herausforderungen seiner Schützlinge. Viele seiner Spieler kommen aus schwierigen Verhältnissen, kämpfen mit persönlichen Problemen oder werden von der Gesellschaft nicht immer ernst genommen. Malte sieht es als seine Aufgabe, ihnen einen Raum zu bieten, in dem sie wachsen und über sich hinauswachsen können.
Die Bindung, die er zu seinen Spielern aufbaut, ist geprägt von Respekt und Vertrauen. „Ich möchte, dass sie mir glauben, dass ich an sie glaube. Wenn sie wissen, dass sie Teil von etwas Größerem sind, können sie auch über sich hinauswachsen“, erklärt er und spricht dabei von der Bedeutung der Teamdynamik und des Zusammenhalts.
Einen besonderen Moment erlebt Malte, als ein Spieler, der lange mit Selbstzweifeln zu kämpfen hatte, in einem entscheidenden Spiel das entscheidende Tor erzielt. Die Freude und der Stolz, die dieser Augenblick in der Gemeinschaft auslöste, waren für Malte unbezahlbar. „Das sind die Momente, für die ich das mache“, sagt er mit leuchtenden Augen.
Die Herausforderungen des Amateurfußballs
Wie jeder, der im Amateurfußball tätig ist, sieht sich Malte auch Herausforderungen gegenüber. Die finanziellen Mittel sind begrenzt, die Unterstützung von außen oft spärlich. Doch er gibt nicht auf. „Wir sind hier, um etwas aufzubauen, das über den Sport hinausgeht. Fußball kann Menschen verbinden, kann Hoffnung bringen“, unterstreicht er und zeigt damit seine unerschütterliche Überzeugung.
Die Leidenschaft, die er für seine Arbeit hat, spiegelt sich in der Arbeit mit den Spielern wider. Er kommt oft früher zum Training, um individuelle Gespräche zu führen, oder bleibt länger, um mit ihnen an ihren Fähigkeiten zu arbeiten. „Für mich ist es wichtig, dass sie sehen, dass ich bereit bin, ihnen zuzuhören und ihnen zu helfen“, sagt er.
Ein Blick in die Zukunft
Mit jedem Training, jedem Spiel und jeder Interaktion mit seinen Spielern wächst Maltes Vision für die Zukunft des TuS Sillenstede. Er träumt davon, eine starke Jugendabteilung aufzubauen, die nicht nur fußballerische Talente fördert, sondern auch Werte wie Respekt, Teamgeist und soziale Verantwortung vermittelt. „Fußball kann ein Werkzeug sein, um positive Veränderungen in der Gesellschaft zu bewirken“, betont er.
In einer Zeit, in der der Profifußball oft von Skandalen und finanziellen Unregelmäßigkeiten geprägt ist, wird die Rolle von Trainern wie Malte Hülsbeck umso wichtiger. Sie sind die Hüter der Werte, des Miteinanders und der Gemeinschaft. Malte ist nicht nur ein Trainer, sondern auch ein Mentor, ein Freund und ein Vorbild – und das macht ihn zu einem unverzichtbaren Teil des TuS Sillenstede und der Gemeinschaft, die er so leidenschaftlich liebt.
Fazit
Die Geschichte von Malte Hülsbeck ist eine von Leidenschaft, Hingabe und einem tiefen Glauben an die Kraft des Fußballs. Er verkörpert die Seele des Amateurfußballs – eine Welt, in der Gemeinschaft und Identität an erster Stelle stehen. In einer Zeit, in der der moderne Fußball oft entglitt, bleibt Malte ein Anker für seine Spieler und die Menschen um ihn herum. Sein Engagement ist nicht nur eine Inspiration für zukünftige Generationen von Fußballern, sondern auch ein Beispiel dafür, wie der Sport das Leben von Menschen nachhaltig prägen kann.