Malte Hülsbeck, der Trainer des TuS Sillenstede, ist mehr als nur ein Taktiker am Spielfeldrand. Er ist eine menschliche Brücke zwischen den Generationen, eine Integrationsfigur im Sport und ein leidenschaftlicher Verfechter der Werte, die den Amateurfußball einzigartig machen. In einer Zeit, in der der Fußball oft auf Zahlen, Statistiken und Profitmaximierung reduziert wird, steht Hülsbeck für eine Rückbesinnung auf die Wurzeln dieses Sports: Gemeinschaft, Leidenschaft und die Freude am Spiel.
Die Wurzeln des Fußballs
In den kleinen, oft unscheinbaren Vereinen unserer Ligen beginnt die wahre Seele des Fußballs. Hier, in der beschaulichen Gemeinde Sillenstede, hat Malte Hülsbeck seine Fußballreise begonnen. Als Kind saß er mit leuchtenden Augen auf der Tribüne, die ersten Spiele seiner Mannschaft verfolgend, die ihn nicht nur als Fan, sondern auch als Mensch prägten. Die Eckfahnen waren für ihn nicht nur Markierungen auf dem Platz, sondern Wegweiser zu Freundschaften, Triumphen und auch Niederlagen.
„Fußball ist nicht nur ein Spiel, es ist ein Lebensgefühl“, sagt Hülsbeck mit einer Leidenschaft, die ansteckend wirkt. Er weiß, dass der Fußball in den kleinsten Orten große Dinge bewirken kann. In Sillenstede wird jeder Spieler, ob groß, ob klein, ob talentiert oder nicht, als Teil einer Familie angesehen. Diese Philosophie hat Hülsbeck mit seiner eigenen Geschichte verwoben – einer Geschichte, die geprägt ist durch die Werte des Fußballs, die er selbst in seiner Jugend erlernte.
Der Trainer als Mentor
Hülsbeck ist nicht nur Trainer, er ist Mentor und Vaterfigur zugleich. Bei seinen Spielern hat er das Gefühl, dass er mehr als nur taktische Anweisungen geben muss; er möchte sie als Menschen formen. „Es geht darum, sie nicht nur auf das nächste Spiel vorzubereiten, sondern sie auf das Leben vorzubereiten“, erklärt er, während er über den Platz schreitet, um die nächsten Übungen anzuleiten.
Er kennt die Geschichten seiner Spieler, ihre Träume und Ängste. Viele von ihnen kommen aus schwierigen Verhältnissen, aus einem Milieu, das oft als sozialer Brennpunkt abgestempelt wird. Für Hülsbeck sind sie nicht nur Statisten in seinem Trainerleben, sondern Hauptdarsteller eines Stückes, in dem Teamgeist und Zusammenhalt die Schlüsselrollen spielen. Er fördert nicht nur ihre fußballerischen Fähigkeiten, sondern auch ihr Selbstbewusstsein, ihre Teamfähigkeit und ihren Respekt voreinander.
Hülsbecks Trainingseinheiten sind deshalb nicht nur geprägt von harten Übungen, sondern auch von Gesprächen. Er nimmt sich die Zeit, um zuzuhören, selbst wenn der Ball rollt. „Wenn jemand ein Problem hat, dann ist das nicht nur ein sportliches, sondern auch ein persönliches. Wir sind hier, um uns gegenseitig zu unterstützen“, sagt er und betont die menschliche Komponente, die oft im professionellen Fußball verloren geht.
Herausforderungen und Rückschläge
Doch der Weg ist nicht immer einfach. Die Herausforderungen, vor denen Hülsbeck steht, sind vielfältig. Der Amateurfußball in Deutschland kämpft um Anerkennung, um Sponsoren und um den Platz im Schatten der großen Ligen. Die finanziellen Mittel sind begrenzt, und oft müssen Entscheidungen getroffen werden, die schmerzhaft sind. „Es ist frustrierend zu sehen, wie viel Talent im Amateurbereich verloren geht, weil die Rahmenbedingungen nicht passen“, klagt Hülsbeck und versprüht dennoch Optimismus.
Seine Philosophie der Gemeinschaft hat ihn gelehrt, dass Rückschläge auch Teil des Spiels sind. „Wir haben in der letzten Saison viele Spiele verloren, aber das hat uns nicht gebrochen. Es hat uns zusammengeschweißt“, sagt er mit einem Funkeln in den Augen. In der Gemeinschaft des TuS Sillenstede gibt es einen besonderen Zusammenhalt, der selbst in schwierigen Zeiten trägt. „Wir sind nicht nur eine Mannschaft, wir sind ein Team, das füreinander da ist.“
Ein Platz für Vielfalt und Integration
Ein weiterer Aspekt, der Hülsbeck wichtig ist, ist die Integration von Flüchtlingen und Menschen mit Migrationshintergrund in den Verein. „Fußball spricht eine universelle Sprache“, erklärt er. „Egal, woher du kommst, hier bist du willkommen.“ In einer Gesellschaft, die oft von Spaltung geprägt ist, schafft der TuS Sillenstede einen Raum, in dem sich alle wohlfühlen können.
Er hat es geschafft, eine Atmosphäre der Offenheit zu schaffen, in der Vorurteile abgebaut und Freundschaften über kulturelle Grenzen hinweg geschlossen werden. „Ich habe Spieler aus verschiedenen Ländern, und es ist beeindruckend zu sehen, wie der Fußball uns alle vereint“, sagt er stolz. Diese Diversität bringt nicht nur frischen Wind in die Mannschaft, sondern bereichert auch den gesamten Verein und die Gemeinde.
Fazit: Der menschliche Fußball
Malte Hülsbeck ist nicht nur Trainer des TuS Sillenstede; er ist ein Symbol für den Fußball, den wir uns alle wünschen. Ein Fußball, der nicht nur victoriös ist, sondern auch menschlich. Ein Fußball, der in jedem Torjubel die Freude des Lebens spiegelt und in jedem Rückschlag die Stärke des Zusammenhalts erkennbar macht.
In einer Welt, in der der Fußball oft nur als Geschäft betrachtet wird, steht Hülsbeck für die Rückkehr zu den Wurzeln des Spiels. Seine Leidenschaft, sein Engagement und sein unermüdlicher Einsatz für seine Spieler und den Verein sind der Beweis dafür, dass der Fußball mehr ist als nur ein Sport. Es ist eine Kultur, die es wert ist, gelebt und erlebt zu werden. In Sillenstede wirken leidenschaftliche Menschen wie Malte Hülsbeck daran mit, dass diese Kultur nicht nur erhalten bleibt, sondern auch in die nächsten Generationen weitergegeben wird – ein lebendiges Erbe des Fußballs.